Zur Geschichte des SV Lindenau 1848 e.V.

Der SV Lindenau 1848 e.V. ist der zweitälteste Sportverein Leipzigs. Darüber hinaus beschäftigte mich die Frage, wo unser Verein diesbezüglich im nationalen Vergleich angesiedelt ist. Dazu bekam ich von Herrn Markus Böcker (Pressereferent Neue Medien beim DSB) folgende Auskunft:
„Der älteste deutsche Turn- und Sportverein ist der TV Friedland 1814 in Mecklenburg-Vorpommern, dann folgt die Hamburger-Turnerschaft von 1816. Ab 1842 (siehe unten historischer Hintergrund) war die Gründungszeit vieler Turn- und Sportvereine in ganz Deutschland, z.B. die Kölner Turnerschaft von 1843.“ Unser Verein SV Lindenau 1848 zählt also zu den ältesten Vereinen Deutschlands, ohne dabei die vorderen Ränge zu besetzen.

Zum historischen Hintergrund zwei Zitate aus www.preussen-chronik.de:

„… In der Berliner Hasenheide ließ Jahn 1811 einen öffentlichen Turnplatz anlegen. Neben der Leichtathletik wurde das Turnen an den Geräten wie Pferd, Klettergerüst, Ringe und Schwebebalken, die er von den Philanthropen übernommen hatte, bevorzugt. Neu entwickelt hatte Jahn das Barren- und Reckturnen, aber ebenso zog er Schwimmen, Fechten und Wandern in seine Übungen ein. Bereits 1812 entstand aus dem losen Turnbetrieb eine fest organisierte Turngesellschaft mit Gesetz und Ordnung. Das Turnen wurde damit die erste öffentliche Einrichtung des organisierten politischen Nationalismus. Zu den Besonderheiten der nationalen Turnbewegung, wie sie durch Jahn vertreten wurde, gehörten die Aufhebung ständischer Schranken im Umgang miteinander und das Tragen einheitlicher Turnkleidung (grauer Drillichanzug). Seit 1813 setzte sich die Bezeichnung „Turnvater Jahn“ durch …“
„…Mit der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV. (1840) wurde Ludwig Jahn rehabilitiert. 1842 erfolgte die Wiederzulassung des öffentlichen Turnens und die Einrichtung des Turnens als Schulfach. 1848 wurde Ludwig Jahn im Merseburger Wahlkreis zum Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung gewählt…“

Unsere Chronik

1848

Am 14.Juli wurde der „Allgemeine Turnverein“ in Lindenau gegründet. Lindenau war zu dieser Zeit ein Dorf außerhalb Leipzigs Stadtgrenzen mit 2500 Einwohnern.

1860

Dr. Ferdinand Hermann Wilhelm Goetz (* 24. Mai 1826 in Leipzig; † 13. Oktober 1915 ebenda)

Am 24.April fand die Gründung des Männerturnvereins auf Anregung von Dr. Ferdinand Götz, welcher sich im Frühjahr 1855 als praktischer Arzt in Lindenau niedergelassen hatte, statt. Am 24.Juni wurde der erste Turnplatz eingeweiht.

1861

Am 17. Oktober beging man das Richtfest für die Turnhalle.

1863

Auflistung im Jahrbuch der Turnvereine Deutschlands:

-79 Vereinsmitglieder und 85 Turnschüler im ATV Lindenau

-177 Mitglieder und 102 Turnschüler im Männerturnverein

Beide Vereine verfügen über eine eigene Turnhalle.

1875

Weihveranstaltung für die neue Halle des Männerturnvereins in der Guths-Muths-Strasse

1882

Gründung des Lindenauer Turnvereins

1891

Mit Beginn des Jahres wird Lindenau in das Stadtgebiet von Leipzig eingemeindet.

1921

TSG 1848 Lindenau (seit 1921)

Die Turn- und Sportgemeinde 1848 Leipzig-Lindenau ging, zunächst als Arbeitsgemeinschaft, aus dem Zusammenschluss der drei Lindenauer Vereine hervor.

1923

Erwerb des Sommervergnügungsparks „Charlottenhof“

1924

Am 25.Mai erfolgte die Eröffnung des „Sportparks Charlottenhof“.

1925

Lindenauer Charlottenhof als Gondel- und Vergnuegungsanlage vor seiner Nutzung als Sportplatz

Am 26.Juli fand die Einweihung des „Sportparks Charlottenhof“ mit Halle, Bad, zwei Spielplätzen und einer Fechtbahn statt.

1945

In diesem Jahr waren 2.514 Mitglieder in acht Abteilungen registriert.

1946

Nach der aus dem Ende des zweiten Weltkrieges folgenden Zwangsauflösung und Enteignung der Sportgemeinde Leipzig- Lindenau entstand als einer der ersten Leipziger Sportvereine die Sportgemeinschaft Lindenau- Aue mit zunächst sechs Sektionen.

1949

Errichtung der Zentralsportgemeinschaft Industrie mit 20 volkseigenen Betrieben als Träger

1951

Am 1.August entstand aus der ZSG Industrie (Abteilung Konsum) die Betriebssportgemeinschaft Konsum Leipzig mit zehn Sektionen und 691 Mitgliedern. Träger war die Konsumgenossenschaft der Stadt Leipzig.

1953

BSG Empor Lindenau (seit 1953)

Am 1.Juni fand die Gründung der BSG Empor Lindenau mit elf Sektionen statt, wobei die Sektionen Leichtathletik, Schwimmen und Handball zu staatlichen Schwerpunkten erklärt und besonders gefördert wurden (vergleichbar mit den heutigen Leistungszentren).

1979

waren 1.671 Mitglieder registriert.

1990

Am 16. Juni (Gründungsveranstaltungstag) fand die Umbenennung in den gemeinnützigen Verein „SV Lindenau 1848 e.V.“ statt.

1997

waren 751 Mitglieder registriert.

1998

Am 5./6.September wurde das 150-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

2002

Das Vereinsgelände „Charlottenhof“ war vom 18. bis 25.Mai 2002 einer der Hauptschauplätze des 31. Deutschen Turnfestes.

2003

Die Abteilung Tennis feierte ihr 50- jähriges Jubiläum am 13./14.September 2003.

2003/04

Unser Vereinsgelände zählte zum Einzugsgebiet der URBAN II- Förderung der europäischen Union. Bei der Umsetzung der Fördermaßnahmen wurden umfangreiche Verbesserung auf dem Sportplatz Charlottenhof durchgeführt.

2010

Die Abteilung Leichtathletik feierte ihr 65-jähriges Jubiläum.

Beleuchtung des Weges zwischen den beiden Fußballplätzen
Dank der Fördermittel der Stadt Leipzig ist es uns gelungen eine Beleuchtung entlang des Weges zum Sozialtrakt (zwischen den beiden Fußballplätzen) zu errichten.

2015

Der SV Lindenau 1848 e.V. zählt am 01.01.2015 genau 556 Mitglieder.

Im März verleiht der Deutsche Fußballbund der Abteilung Fußball den DFB- und Mercedes-Benz-Integrationspreis 2014.

Luftaufnahme Sportanlage Charlottenhof (2004)

Luftaufnahme Sportanlage Charlottenhof (2004)

Unser Verein ist einer der ältesten Sportvereine Deutschlands…
Das Vereinslogo im Wandel der Zeit

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